Kaum eine Frage entscheidet so sehr über den langfristigen Erfolg einer Verpachtung wie die Höhe der Pacht. Sie muss zwei Interessen ausbalancieren: Der Eigentümer möchte einen angemessenen Ertrag, der Pächter muss nach Abzug der Pacht noch wirtschaftlich arbeiten können. Wird dieses Gleichgewicht verfehlt, leiden am Ende beide.
Dieser Beitrag erklärt, wovon eine tragfähige Pacht abhängt — und warum pauschale Prozentzahlen in die Irre führen.
Warum es die eine Zahl nicht gibt

Immer wieder kursieren feste Prozentsätze — „so viel Prozent vom Umsatz". Solche Faustzahlen sind gefährlich, weil sie den entscheidenden Punkt ausblenden: Zwei Häuser mit gleichem Umsatz können sehr unterschiedliche Erträge erwirtschaften, je nach Kostenstruktur, Lage und Betriebsform. Eine Pacht, die für das eine Haus tragfähig ist, ruiniert das andere.
Die Grundlogik: Pacht folgt dem Ertrag
Eine tragfähige Pacht leitet sich nicht vom Umsatz ab, sondern vom nachhaltig erzielbaren Betriebsergebnis. Vereinfacht: Was bleibt operativ übrig, und welcher Anteil davon lässt sich als Pacht abschöpfen, ohne dass dem Betreiber die Luft zum Wirtschaften und Investieren fehlt? Diese Ableitung — vom Ertrag zur Pacht — ist der Kern jeder soliden Pachtbemessung. Sie hängt eng mit der Bewertung des Hauses zusammen.
Was die tragfähige Pacht beeinflusst
- Ertragskraft und Kostenstruktur: das nachhaltige Betriebsergebnis, nicht der Umsatz.
- Lage und Marktstabilität: planbare Nachfrage trägt eine höhere Pacht als ein schwankender Standort.
- Zustand und Investitionsbedarf: anstehende Investitionen mindern die tragfähige Pacht.
- Vertragsstruktur: Laufzeit, Instandhaltungspflichten und Sicherheiten wirken direkt auf die angemessene Höhe.
- Betreiber und Konzept: ein erfahrener Betreiber mit passendem Konzept holt mehr aus demselben Haus.
Fixe, umsatzabhängige oder gemischte Pacht
Neben der Höhe zählt die Struktur. Eine Fixpacht gibt dem Eigentümer maximale Planbarkeit. Eine umsatz- oder ergebnisabhängige Pacht teilt Chancen und Risiken und atmet mit dem Geschäft. Häufig ist eine Mischform — eine gesicherte Basis plus variabler Anteil — der faire Ausgleich. Welche Struktur passt, hängt von Objekt, Marktlage und dem Sicherheitsbedürfnis beider Seiten ab.
Der häufigste Fehler
Der teuerste Fehler ist eine zu hohe Pacht, die auf dem Papier attraktiv aussieht, den Betreiber aber überfordert. Die Folge sind Zahlungsverzug, Investitionsstau und am Ende ein geschwächtes Haus — ein schlechtes Geschäft für beide Seiten. Eine realistisch bemessene Pacht, die der Betreiber dauerhaft tragen kann, ist für den Eigentümer meist der bessere Ertrag.
Wie NOWA die Pacht einordnet
Wir leiten die tragfähige Pacht aus der realen Ertragslage Ihres Hauses ab, berücksichtigen Lage, Zustand und Vertragsstruktur und gleichen sie mit dem ab, was solide Betreiber am Markt tatsächlich zahlen können. So entsteht eine Pacht, die trägt — für beide Seiten und über die Laufzeit.
Häufige Fragen
Wie viel Prozent vom Umsatz darf die Hotelpacht betragen?
Feste Prozentsätze vom Umsatz führen in die Irre. Eine tragfähige Pacht leitet sich vom nachhaltig erzielbaren Betriebsergebnis ab, nicht vom Umsatz — sonst kann sie für ein Haus tragfähig und für ein anderes ruinös sein.
Fixpacht oder umsatzabhängige Pacht?
Die Fixpacht gibt maximale Planbarkeit, die umsatz- oder ergebnisabhängige Pacht teilt Chancen und Risiken. Oft ist eine Mischform aus gesicherter Basis und variablem Anteil der faire Ausgleich.
Was passiert bei einer zu hohen Pacht?
Sie überfordert den Betreiber und führt zu Zahlungsverzug, Investitionsstau und einem geschwächten Haus — ein schlechtes Geschäft für beide Seiten. Eine realistisch bemessene Pacht ist meist der bessere Ertrag.
Allgemeine fachliche Einordnung, keine Steuer-, Rechts- oder Bewertungsberatung im Einzelfall. Genannte Faktoren und Verfahren dienen der Orientierung; das Ergebnis hängt stets vom konkreten Objekt, seiner Ertragslage und der aktuellen Marktsituation ab. Für Vertrags- und Steuerfragen ist fachkundige Beratung erforderlich.